In vielen sicherheitskritischen Projekten reicht klassischer Einbruchschutz heute nicht mehr aus. Während Widerstandsklassen wie RC3 oder RC4 im Standardbau zunehmend etabliert sind, steigen in sensiblen Bereichen die Anforderungen deutlich darüber hinaus.
Doch was passiert, wenn sowohl massiver mechanischer Angriff als auch ballistische Bedrohung berücksichtigt werden müssen?
Neue Anforderungen an Innenwände
Innenwände galten lange als sekundäres Sicherheitselement. Der Fokus lag auf Fassaden, Türen und Fenstern.
Inzwischen zeigt sich jedoch: Sicherheitsrelevante Bereiche befinden sich häufig innerhalb von Gebäuden.
Beispiele:
- Abgetrennte Hochsicherheitszonen in Bestandsgebäuden
- Schutzbereiche innerhalb von Rechenzentren
- Separierte Räume in Behörden- oder Verwaltungsstrukturen
- Diskret integrierte Sicherheitsräume im privaten Bereich
Hier entstehen Anforderungen, die deutlich über klassische Bauweisen hinausgehen.
Mechanischer Widerstand: RC6 nach DIN EN 1627
Die Widerstandsklasse RC6 beschreibt Schutz gegen professionelle Täter mit leistungsstarken Elektrowerkzeugen.
Das bedeutet:
- lange Widerstandszeiten
- Angriffsszenarien mit schweren Werkzeugen
- höchste mechanische Belastbarkeit
Für Innenwände ist diese Klassifizierung bislang selten – insbesondere im Trockenbau.

Ballistischer Schutz: Durchschusshemmung bis FB7
Neben mechanischen Angriffen gewinnt der ballistische Schutz zunehmend an Bedeutung.
Die Klassifizierung FB7 nach DIN EN 1522/1523 steht für Schutz gegen hochenergetische Langwaffenmunition – ein Niveau, das typischerweise in militärischen oder behördlichen Kontexten gefordert wird.
Die Kombination aus RC6 und FB7 innerhalb eines flexiblen Innenwandsystems stellt daher eine besondere technische Herausforderung dar.
Warum Trockenbau im Hochschutz sinnvoll sein kann
Massivbau wird häufig automatisch mit Sicherheit gleichgesetzt. Moderne Trockenbaukonstruktionen ermöglichen jedoch:
- gezielte Integration von Schutzlagen
- kontrollierte Lastverteilung
- planbare Systemprüfungen
- geringere Bauzeiten
- nachträgliche Integration in Bestandsstrukturen
Gerade bei Umnutzungen, Erweiterungen oder sicherheitstechnischen Nachrüstungen bietet dies entscheidende Vorteile.
Typische Anwendungsfelder
Ein kombiniertes RC6- und FB7-System eignet sich insbesondere für:
Kritische Infrastruktur
- Energie- und Versorgungsunternehmen
- Leitstellen
- Verkehrs- und Netzwerkknoten
Rechenzentren
- physische Trennung von Hochsicherheitszonen
- Sabotageschutz
Behörden & Sicherheitsorganisationen
- Waffen- und Beweisräume
- besonders geschützte Verwaltungsbereiche
Industrie & Forschung
- Schutz sensibler Entwicklungsbereiche
- Know-how-Sicherheitszonen
Private Hochsicherheitsbereiche
- Panikräume
- diskret integrierte Schutzräume in hochwertigen Immobilien
Fazit: Sicherheit wird integraler Bestandteil der Innenarchitektur
Der Trend ist eindeutig:
Sicherheitsanforderungen verschieben sich zunehmend vom Gebäudeäußeren in das Gebäudeinnere.
Systemgeprüfte Innenwandlösungen mit kombinierter Einbruch- und Durchschusshemmung von Turtle Saferooms bieten hier neue Möglichkeiten für Planer, Sicherheitsberater und Bauherren.
Sie ermöglichen Hochschutz dort, wo er tatsächlich benötigt wird – ohne die Flexibilität moderner Bauweisen aufzugeben.