• November

    6

    2015
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Was lenkt uns?

Was lenkt uns?

Zwar möchte ich heute nicht in die Evolutionstheorie abdriften, doch ein paar Grundlagen für diesen Beitrag sind nötig. Schauen wir uns einmal unser Gehirn an, können wir es grob in zwei Bereiche unterteilen – Althirn und Neuhirn, um es einfach auszudrücken! Wie der Name schon vermuten lässt, ist das Althirn recht alt. So um die 450 Millionen Jahre schätzt man. Wohingegen das Neuhirn mit seinen rund eineinhalb Millionen Jahren noch recht frisch ist, zumindest evolutionsgeschichtlich gesehen. Unser Althirn hat eine wichtige Funktion, es lenkt uns. Denken kann es nicht und darum überlässt es diese Funktion gerne dem Neuhirn, was aber nicht heißt, dass es die Kontrolle über uns abgibt.

Was bedeutet das nun genau? Um unser Überleben in der Höhle vor 100.000 Jahren zu sichern, war es nicht nötig zu überlegen, ob ich dem Säbelzahntiger nach links oder nach rechts ausweiche oder ob ich ihm gut zurede. Es gab nur zwei Reaktionen, Flucht oder Kampf. Hierfür wurde (und wird) vom Althirn gesteuert das Hormon Adrenalin von der Nebenniere ausgestoßen, um uns für den Augenblick des Kampfes oder der Flucht noch stärker oder sogar schmerzunempfindlicher zu machen. Um keine Ressourcen außer für den Kampf zu verbrauchen, fährt der Körper gleichzeitig bestimmte Funktionen im Gehirn und an „unwichtigen“ Organen zurück. Unser Neuhirn, welches denken soll, ist dann quasi abgeklemmt.

Genau in dieser Situation befinden wir uns, wenn nachts plötzlich ein Einbrecher im Hausflur steht und wir von oben auf ihn herab starren. Wir sind voller Adrenalin und haben Angst, das Althirn hat alle Funktionen übernommen, weil es ums Überleben geht und wir handeln instinktiv. Also, warum nicht auf in den Kampf? Wir haben wohl gelernt, dass ein Kampf gegen den Säbelzahntiger nicht erfolgversprechend ist. Also gut, dann flüchten wir lieber. Doch wohin? Unten an der Treppe steht schon jemand mit einer Brechstange und aus dem Fenster wollen wir auch nicht springen. Wir verharren einen Augenblick und versuchen zu denken, doch das geht nicht mehr wie wir gerade gelernt haben. Jetzt begeben wir uns in eine Angststarre, da wir weder flüchten noch kämpfen. Auch diese hat einen Sinn und soll unser Überleben sichern. Doch aktiv können wir nicht mehr werden und harren der Dinge wie ein Kaninchen vor der Schlange. Wir haben keine Kontrolle mehr über uns und sind handlungsunfähig. Wem das unrealistisch vorkommt, dem rate ich zu einem Gespräch mit Betroffenen. Viele werden das bestätigen. Um es auf den Punkt zu bringen, unsere Fähigkeit klar zu denken, geht proportional zur Angst verloren.

Kämpfer von Spezialeinheiten trainieren immer wieder die gleichen Situationen. Gerade im Nahkampf ist das Ziel, nicht mehr über seine Aktion nachzudenken, sondern mit einstudierten Reaktionen reflexartig zu handeln. Dieses Training verschafft Routine und einen zeitlichen Vorteil durch die unmittelbare Handlung. Trainieren auch Sie mögliche Reaktionen bei einem Einbruch und sorgen Sie für eine Zuflucht, da der Fenstersprung mit der ganzen Familie nicht die beste Lösung ist. Trainieren Sie das Ausweichen vor Gefahr in ihren Safe Room. Am besten bei Nacht und unvermittelt mit Ihrer Familie.

Hier geht es zur Berechnung des Panic Rooms

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